Allgemein zum Thema Gesundheit und Pflege unser Tiere
 
 

Die Entwöhnung von Jungtieren

Jungtiere, die man für Ausstellungs- und Zuchtzwecke großzieht, entwickeln sich ab 6 Wochen ohne Muttermilch sehr gut und weiter. Ihr Magen-Darm- Kanal ist zu dieser Zeit auf feste Nahrung umgestellt, so dass sie nach der Entwöhnung gut weiter gedeihen. Jungtiere, die Hauptsächlich für Schlachtzwecke bestimmt sind, können schon im Alter von 5 Wochen von der Mutter genommen werden. Bei der Häsin treten Milchstauungen und Beschwerden hierbei nicht auf.

Manche Züchter nehmen zuerst nur die schwächsten Jungtiere weg, um die Entwicklung der kräftigsten Tiere noch weiter zu fördern. Auf diese Weise kann man sich bei späteren Würfen noch einige wertvolle Tiere auslesen. Andere Züchter schlagen den umgekehrten Weg vor, indem sie die am besten entwickelten Tiere zuerst wegnehmen und die schwächeren noch bei der Mutter lassen. Hierbei sollte man aber bedenken, dass gerade ein hochgepäppeltes Tier, schlecht ein Zuchttier werden kann. in der Tierzucht sollte man stets dem bestentwickelten Tier den Vorzug geben und sich gerade seiner Frohwüchsigkeit zu Nutze machen. In der Zucht der Zeichnungs- und Farbenrassen kann es allerdings sehr leicht vorkommen, dass gerade eines der körperlich schwächsten Tiere eine besonders gute Zeichnung oder Farbe aufweist.

Hierbei wäre es noch zu verstehen, dass der Züchter mit allen Mitteln dieses Tier zu kräftigen versucht. Ein gutes Zuchttier wird es später aber nicht. Hier fehlt die Eigenschaft der Frohwüchsigkeit und bei einem späteren Wurf von diesem Tier, würde der Züchter noch enttäuschter dreinsehen.  Hat er keine Aufzeichnung gemacht, würde er sich wundern, woher die schwache Aufzuchtsleistung stammt. Ob eine Häsin noch säugt, lässt sich bei anbrechender Dunkelheit beobachten. Die meisten Häsinnen säugen ihre Jungen abends zur Fütterungszeit. Auch das Wildkaninchen kommt abends zu seinem Wurf. Man muss etwas Geduld aufbringen. Wenn in einer Käfigecke das schmatzende Geräusch säugender Jungkaninchen zu hören ist, wirkt das reflektorisch auf die anderen Kaninchenmütter und mit einem Male liegen oft wie auf Kommando alle Würfe an der Mutterbrust. Gelingt es nicht eine entsprechende Häsin zu beobachten ob sie säugt, so kann man an ihren Saugwarzen sehen, ob diese verklebt oder feucht sind.

Wer seine Jungen an einem Tage und zur gleichen Zeit absetzen möchte, soll stets die Häsin aus dem Stall nehmen und die Jungtiere in ihrer gewohnten Umgebung Lassen. Das empfehlt sich aber nur, wenn in diesem Stall die Jungen ohne große Verluste groß geworden sind. Dann darf man annehmen, dass der Stall nicht mit Kokzidien überschwemmt ist. Sie können durch Stallwechsel einen Wachstumsverlust oder Stillstand erleiden. Die abgesetzten Jungtiere lässt man also unter den alten Bedingungen noch etwa vierzehn Tage zusammen um dadurch eine gegenseitige Erwärmung zu gewährleisten. Erst danach sollte man sie Trennen. Die Häsinnen sollte man erst noch paarweise zusammen lassen. Hingegen sollte man die Rammler in neue gesäuberte Stallungen einzeln setzen. Hier sind sie ungestört und Beißereien sind ausgeschlossen. Mit 3 Monaten kann man auch schon gut erkennen, was als Zuchttier zu gebrauchen ist, oder geschlachtet werden sollte. Man sollte hierbei bedenken, dass ein Kaninchen nach 14-16 Wochen jetzt sehr wenig pro Monat zunimmt. Man sollte daher den Schlachttieren noch 4 Wochen Mastfutter verabreichen und dann schlachten. Dadurch sparen wir einmal Platz und das Gewicht des Tieres ist auch schon sehr ansprechend. Gut entwickelte Junghäsinnen soll man auch ehr aus der Gemeinschaft nehmen. Sie haben mehr Ruhe und größere Bewegungsmöglichkeiten sowie die zustehende Futtermenge in der nötigen Qualität. In der Gemeinschaft ist das meist nicht der Fall. Hier verzehren nicht alle die gleichen Portionen. Zurückzukommen nach welchen Gesichtspunkten man ein Zuchttier aussortiert ist nahe liegend. Die Körpermasse je nach Rasse ist einmal Maßgebend. Hier gibt es monatliche Gewichtstabellen. Bei Rammlern der sich formende männliche Geschlechtstyp. Der Rammlerkopf muss schon nach mindestens 14 Wochen zu sehen sein. Sowie beachte man die Körperbreite von oben gesehen walzenförmig, sowie das Becken muss rund sein ohne viel Beckenknochen. Die Läufe kräftig und in korrekter Stellung. Für die Zeichnungs- und Farbenrassen ist das Fell ebenfalls ausschlaggebend. Die so nichtige Dichte der Unterwolle ist in dem frühen Alter noch nicht mit ganzer Sicherheit zu erfassen, weil das weiche Milchhaar noch vorherrscht, ja sogar Fellgüte vortäuscht. Wir sollten jetzt aber auch schon nachsehen, ob keine körperlichen Missbildungen am Körper vorhanden sind, wie etwa gebrochene oder schiefe Blume, Kuhhessigkeit, Senkrücken, lose schultern sowie auch das Geschlecht beachten. 

Der Krallenfarbe und auch der Augenfarbe gilt unserer Aufmerksamkeit. Wichtig wäre noch, ständig auf das Gebiss zu achten. Sind schon zwei Jungtiere in einem Wurf mit abnormalem Gebiss, sollte man die Paarung nicht mehr vornehmen. Es kann aber auch schon mal vorkommen, dass ein Jungtier aus dem Stall gefallen ist, dieses kann später ein abnormales Gebiss bekommen, weil durch den Sturz, der meist zuerst mit der Schnauze erfolgt, das Gebiss sich verschoben hat. Meist sind es aber vererbliche anlagen.

 

Von Dieter Klinger - Werdohl

 

 



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